"Für andere einstehen!"

Michael Petermann über nächtliche Feuerwehreinsätze, die tägliche Betriebsratsarbeit und das SMART Board-Missverständnis...

© Uhl / URANO
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„Was machen die SMART Boards?“ Michael Petermann, zertifizierter Education-Trainer für die SMART Notebook Software, muss schmunzeln, wenn er diese Frage hört. „Viele bringen unser Team Education nur mit den prominenten SMART Boards in Verbindung“, sagt der Senior System Engineer, während er mit zwei, drei schwungvollen Zeichenbewegungen den passenden Stift am Board im Meetingraum Berlin testet und über die Touchfunktion mit dem Finger die Einstellungen neu konfiguriert. Dann klärt er das SMART Board-Missverständnis auf: „Das ist nur ein ganz kleiner Teil der Leistungen, die unser Team erbringt.“ Die Hauptaufgaben liegen vielmehr im Support für das modulare Netz für Schulen (MNS+), dem pädagogischen Netzwerk des Landes Rheinland-Pfalz. „Wir beraten die Kunden und gewährleisten den Support für 170 Schulen mit rund 10.000 Clients.“

Im URANO-Netzwerk betreut Michael Petermann keine Kunden, sondern Kollegen: Als Vorsitzender des Betriebsrats kümmert er sich um die Anliegen und Sorgen der Kolleginnen und Kollegen, er verhandelt mit der Geschäftsführung und bringt sich in abteilungsübergreifenden Arbeitsgruppen ein – beispielsweise zur Mitarbeiterbefragung. Ein wertschätzendes Miteinander liegt ihm am Herzen: „Ich möchte Probleme gütlich einigen“, sagt Michael Petermann. Deshalb hat er sich die Entscheidung auch nicht leichtgemacht, für den Betriebsrat zu kandidieren. „Anfangs habe ich schon manchmal schlecht geschlafen“, gibt der sonst fast immer fröhliche Systemtechniker zu. Vor seiner Amtszeit als Vorsitzender hat es noch nie einen Betriebsrat in der URANO-Gruppe gegeben. Das ist neues Terrain selbst für einen langjährigen Mitarbeiter wie Michael Petermann, der 2001 über ein Praktikum ins Unternehmen gekommen ist, die Ausbildung zum Fachinformatiker absolviert und lange in der Garantieabwicklung gearbeitet hat. Als Michael Petermann 2015 zum Betriebsratsvorsitzenden gewählt wird, kennt er URANO schon sehr gut, aber das Zusammenspiel mit Personal – etwa bei Einstellungen – und Geschäftsleitung muss sich erst mal einspielen. Michael Petermann setzt auf partnerschaftliche Kooperation im gemeinsamen Unternehmensinteresse. Er will als Betriebsrat nicht gegen das Unternehmen, sondern für die Belegschaft agieren. „Mit der Geschäftsführung arbeiten wir respektvoll zusammen“, sagt Michael Petermann, „aber natürlich vertreten wir in erster Linie die Interessen der Mannschaft.“

 

© Privat
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Auch in seiner Freizeit steht Michael Petermann für andere ein. Seit über 25 Jahren engagiert er sich bei der Freiwilligen Feuerwehr in Norheim: 2016 ist er dafür mit dem silbernen Feuerwehr-Ehrenzeichen auszeichnet worden. Als stellvertretender Wehrführer und Ausbilder übernimmt er auch hier Verantwortung. Der Feuerwehr-Leitspruch „Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr“ mag zwar für einen IT-Spezialisten etwas angestaubt klingen, trifft aber Michael Petermanns Einstellung genau: „Ich möchte für andere einstehen.“ Das ist nicht immer bequem und der Feuerwehr-Pieper meldet auch schon mal in einer kalten Winternacht Alarm: „Person in der Nahe.“ Dann ist Eile geboten, weil es niemand lange im eiskalten Wasser aushält. Und da Michael Petermann den Bootsschein hat, ist die Nahe bei Norheim sein Revier. Natürlich rückt die Feuerwehr auch aus, wenn es brennt – oder kurz davor ist: Wenn sich der Ruß im Kamin entzündet und die Flammen schon aus dem Schornstein lodern, muss es schnell gehen. Dann gilt es für den Einsatzleiter Michael Petermann, kühlen Kopf zu bewahren, die Bewohner zu evakuieren, den Kaminbrand einzudämmen und gleichzeitig alles für einen großangelegten Löscheinsatz vorzubereiten, sollten sich die Flammen doch ausbreiten.

Notfallhilfe jeder Art und langfristige Prävention gehen Hand in Hand: Das gilt für Michael Petermann nicht nur in der Feuerwehr, sondern auch in seiner Arbeit für den Betriebsrat. „Für mich spielt es keine Rolle, mit welchen Problemen Mitarbeiter auf mich zukommen“, sagt Petermann, der immer als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Trotzdem verbindet er mit seinem Amt auch eine Agenda, die über kurzfristige Einsätze hinausreicht: „Betriebsratsarbeit ist kein Sprint, sondern ein Marathonlauf.“ Deshalb freut es ihn, dass in der ersten Amtszeit bereits langfristige Projekte wie das Laufbahnmodell, der interne Stellenmarkt und die Zuschläge für Sonn- und Feiertage angestoßen worden sind, über die er zusammen mit dem stellvertretenden Betriebsratvorsitzenden Sebastian Klein in der Betriebsversammlung referiert hat.

Obwohl ihm die Arbeit im Betriebsrat nach wie vor Spaß macht, möchte er sich dafür nicht aus dem Tagesgeschäft im Team Education zurückziehen. Zwar stünde dem Betriebsrat eine volle Stelle zu, aber freistellen lassen will sich Michael Petermann nicht. Zum einen sieht er sein Amt als Ehrenamt und zum anderen möchte er in der schnellen IT-Entwicklung nicht den Anschluss verlieren. Denn wie war das noch mit dem SMART Board-Missverständnis? Im Team Education werden längst nicht nur SMART Boards montiert und bedient. Und bei der täglichen Arbeit in der Beratung zu und Betreuung von Servern und Clouddiensten wie „Office 365 for Education“ möchte Michael Petermann immer auf dem aktuellen Stand bleiben…

 

Gernot Uhl

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